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Zurück 01.12.2020

Fünf innovative Ideen bei BlueArk Challenge ausgezeichnet

Nicht weniger als 59 Unternehmen haben an der BlueArk Challenge teilgenommen und insgesamt 41 Lösungen zur Verbesserung des Wassermanagements eingereicht. Davon wurden fünf Vorschläge von einer Fachjury prämiert. Die Gewinner konnten sich jeweils einen Scheck in der Höhe von 10.000 CHF sowie eine zielgerichtete Begleitung durch den Innovationspol BlueArk Entremont bei der Umsetzung ihrer Idee sichern.

Initiiert vom Innovationspol BlueArk Entremont, der Stiftung The Ark und ALTIS wurde die BlueArk Challenge diesen Herbst zum ersten Mal in Form eines Projektaufrufs durchgeführt. «Wir wussten nicht, wie dieser Aufruf ankommen würde. Aber letztendlich sind wir mit der Zahl und Qualität der vorgeschlagenen Projekte sehr zufrieden», sagt Guillaume von Roten, Koordinator der BlueArk Challenge. «Neben der grossen Menge an eingereichten Lösungen freuen wir uns besonders darüber, dass wir die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen fördern konnten. Diese Zusammenarbeit ist unseres Erachtens wesentlich für Innovationen im komplexen Bereich der Wasserwirtschaft.»

Anfang Oktober wurden 17 Herausforderungen von verschiedenen Industriebetrieben, Gemeinden oder mit Wassermanagement in Verbindung stehenden Unternehmen online gestellt. Innerhalb von etwa einem Monat sind 41 konkrete Lösungen zu diesen Challenges vorgelegt worden. Fünf davon wurden in der Folge von der zuständigen Jury ausgewählt und ausgezeichnet.

Die erste Lösung mit dem Namen «Smart Twins» zielt darauf ab, die Datennutzung bei Wasserzählern zu optimieren. Unter der Leitung eines multidisziplinären Teams der EPFL und der HES-SO Valais/Wallis soll das Potenzial maschinellen Lernens genutzt werden, um eine «virtuelle» Kopie von Wassernetzen zu erstellen und anschliessend deren Betrieb in Echtzeit zu simulieren. Diese digitale Übersicht ermöglicht ein besseres Verständnis der Funktionsweise des Wassernetzes einer Region, aber auch die Erkennung und Lokalisierung von Lecks, Unterbrüchen und Umleitungen. All dies kann durch die Installation weniger Sensoren erreicht werden.

Die zweite Lösung, welche die Jury überzeugte, stammt von der Firma IcoFlex. Sie bezweckt eine Optimierung der Qualitätskontrolle von Trinkwasser. Dafür schlägt das Unternehmen vor, einen Sensor zu entwickeln, der leicht in Rohre integriert werden kann, ohne mit der Flüssigkeit in Kontakt zu kommen. Dabei analysiert der Sensor in Echtzeit die physikalischen und chemischen Veränderungen des Wassers. Die Lösung umfasst auch statistische Modelle und die Nutzung künstlicher Intelligenz für die Verarbeitung der gesammelten Daten. 

Das Waadtländer Start-up Flybotix SA ist der dritte Gewinner der BlueArk Challenge. Es hat eine Lösung für die Inspektion und 3D-Modellierung von grossen Wasserleitungen entwickelt. Dafür wird eine Drohne verwendet, die mit einer HD-Wärmebildkamera und LED-Beleuchtung ausgestattet ist. Diese Flugmaschine ist so konstruiert, dass sie in Rohre schlüpfen kann. Nach einem Innenflug wird ein digitaler 3D-Zwilling des entsprechenden Rohrs erstellt, mit dem die Erkennung von Lecks und anderen Problemen ermöglicht wird und der gleichzeitig die Sicherheit des Wartungspersonals sicherstellt.

Die Jury zeichnete auch die Eingabe von ODILE-aus, die von einem Konsortium aus zwei Unternehmen (Hydrolina und Orbiwise) und zwei akademischen Institutionen (Centre Interdisciplinaire de Recherche sur la Montagne der Universität Lausanne und Global Mountain Biodiversity Assessment der Universität Bern) getragen wird. Sie zielt darauf ab, die Verschwendung von Bewässerungswasser zu begrenzen, ohne die Erträge zu schmälern. Die Lösung ist eine Entscheidungshilfe für Landwirte anhand zahlreicher Indikatoren, die auf der Grundlage statischer oder dynamischer Messungen, aber auch von Prognosemodellen gewonnen werden. Eine Plattform sorgt für den Erfahrungsaustausch unter Landwirten und damit verbundene Ventile ermöglichen eine Fernsteuerung der Wasserversorgung.

Das jüngste Siegerprojekt wird ebenfalls von einem Konsortium von Unternehmen (ZERO-C Climat Gestion, RedElec Technologie und NVTerra) getragen. Ziel ist es, die rund 100.000 Tonnen Schnee, die jedes Jahr im Tourismusort Verbier geräumt werden, zu verwerten. Dazu schlägt die Walliser Gruppe vor, an Orten mit hohem Kühlbedarf im Sommer Gruben anzulegen und den Schnee dort einzulagern. Mit Hilfe von Wärmetauschern soll es möglich sein, im Sommer zu kühlen und Energie zu sparen. Das Wasser aus dem Schnee wird elektrochemisch behandelt, bevor es abgeleitet wird. Auch das im Wasser enthaltene Salz will man zurückgewinnen.

«Diese fünf konkreten Lösungen werden in den kommenden Monaten gemeinsam mit den entsprechenden Partnern umgesetzt. Die Zusammenarbeit zielt auf eine rasche Entwicklung von funktionalen Prototypen ab, die von interessierten Stellen konkret im Alltag bei ihrem Wassermanagement genutzt werden können», bemerkt Stéphane Storelli, Direktor für Innovation bei ALTIS. BlueArk Entremont bietet den fünf Gewinnern ausserdem Coaching-Dienste, insbesondere im wirtschaftlichen Bereich, sowie die Möglichkeit, an verschiedenen thematischen Workshops teilzunehmen.

Eine vierte Ausgabe der BlueArk Challenge, wiederum in Form eines Projektaufrufs, ist für 2021 geplant.

 

Quelle: Pressemitteilung BlueArk

Bild : Gailland et Fils

 

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